Entgelttarifverhandlungen 2024 – Kein Angebot der Arbeitgeber!

Bundestarifkommission Aviation

Kein Angebot der Arbeitgeber!

Arbeitgeber fordern Schlichtungsvereinbarung mit Streikverbot!

Die ver.di Bundestarifkommission (BTK) hat am 13. Dezember 2023 in Berlin die Tarifverhandlungen zur Entgeltrunde 2024 aufgenommen und unsere Forderungen begründet. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) hat kein Angebot vorgelegt und sich noch nicht konkret zu unseren Forderungen geäußert.

Unsere Forderungen sind:

  • Erhöhung der Stundenentgelte um 2,80 Euro für alle Entgeltgruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten,
  • Bezahlung der Mehrarbeit mit Zuschlägen (30%) ab der ersten Stunde,
  • Erhöhung der Funktionszulagen,
  • Erhöhung der Monatsentgelte – auch über 4.000 Euro für die operativ tätigen betrieblichen Beschäftigten entsprechend der Anhebung der Stundenentgelte der Sicherheitskräfte.

Arbeitgeber fordern Schlichtungsvereinbarung!

Die Arbeitgeber haben in dieser Tarifrunde Gegenforderungen gestellt. Sie fordern die Vereinbarung eines Schlichtungsabkommens. Nach dem vorgelegten Vorschlag können die Arbeitgeber die Schlichtung anrufen und dann soll Friedenspflicht gelten. Damit könnten sie jederzeit uns die Möglichkeit des Streiks in der laufenden Tarifrunde nehmen.  Darüber hinaus haben sie uns mitgeteilt, dass sie vor dem Hintergrund der bislang noch immer nicht refinanzierten Mehrkosten in Millionenhöhe, die sich aus der Erhöhung der Zeitzuschläge und dem Abschluss des „TV Führungskräftezulagen“ ergeben haben, künftig weder „rückwirkende“ Tarifvertragsab-schlüsse akzeptieren könnten, noch Tarifvertragsobjekte abschließen würden, die aufgrund fehlender notwendiger, angemessener Vorlaufzeiten eine Refinanzierung durch Auftraggeber nicht zulasse.

ver.di-BTK lehnt die Vereinbarung eines Schlichtungsabkommens ab!

Das vorgelegte Schlichtungsabkommen würde die Dauer der Tarifrunde noch mehr verlängern und den Beschäftigten das Streikrecht nehmen. Im Ergebnis würden die Luftsicherheitsfachkräfte noch bestraft, da die Arbeitgeber mit der Schlichtung die Verhandlungen in die Länge ziehen und einen rückwirkenden Tarifabschluss ablehnen könnten. Das ist für uns kein gangbarer Weg.

Kein Angebot des BDLS zu unseren Forderungen!

Die Arbeitgeber haben in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot zu unseren Forderungen vorgelegt, obwohl ihnen die Forderungen schriftlich seit 12 Tagen vorliegen. Sie verwiesen auf die finanziellen Belastungen aus dem Tarifabschluss zu den Zuschlägen, die im Jahr 2024 und 2025 weiter steigen würden. Unsere Forderungen sind durch die hohen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie sowie den steigenden Mieten begründet und gerechtfertigt. Deshalb werden wir dafür kämpfen.

Arbeitgeber wollen über bezahlte Mehrarbeit nicht verhandeln!?

Unsere Forderung nach Bezahlung der Mehrarbeit mit einem Zuschlag von 30% ab der ersten Stunde wurde von den Arbeitgebern – trotz ihrer Verhandlungszusage – nicht als Verhandlungsgegenstand angenommen. Sie verweisen auch hier auf ihre finanziellen Belastungen und sehen Widersprüche zu Regelungen im Manteltarifvertrag, die es nicht gibt. Wir wollen, dass Mehrarbeit endlich ab der 1. Stunde über der vereinbarten Arbeitszeit – auch für Teilzeitbeschäftigte – besser bezahlt wird.

Keinen Anspruch auf Lohnerhöhung bei Monatsentgelt über 4.000 Euro!

Die Arbeitgeber lehnen für Führungskräfte und andere operativ tätigen betrieblichen Beschäftigten einen tariflichen Anspruch auf Erhöhung des Entgelts entsprechend der Lohnerhöhung der Stundenentgelte für die Luftsicherheitsfachkräfte ab, wenn das Monatsentgelt über 4.000 Euro beträgt. Schon nach dem letzten Tarifabschluss haben Kolleginnen und Kollegen nicht die Lohnerhöhung für 2023 erhalten, weil sie mehr als 4000 Euro Monatsentgelt bekamen. Lohnerhöhungen dürfen nicht vom Gutdünken des Arbeitgebers abhängen. Es muss einen tariflichen Anspruch auf Lohnerhöhung geben. Auch der TV Führungskräftezulagen wird nicht wie vereinbart umgesetzt. Teilweise wird sich auf Regelungen berufen und niedrigere Zulagen gezahlt, die nicht mehr gelten. Dies muss endlich klar verständigt und die Zulagen erhöht werden. 

Deshalb sollten alle Führungskräfte und operativ tätigen betrieblichen Beschäftigten der ver.di beitreten und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen für unsere Forderungen kämpfen!

Wichtig ist, dass viele Beschäftigte bei ver.di Mitglied werden!

Tarifverhandlungen und Tarifergebnisse fallen nicht vom Himmel. Viele Mitglieder und gemeinsames Handeln sind für ein gutes Tarifergebnis eine wesentliche Voraussetzung. Die ver.di-Bundestarifkommission Aviation ruft alle Kolleginnen und Kollegen in der Luftsicherheit zum aktiven Mitmachen in der Entgeltrunde auf.

https://mitgliedwerden.verdi.de/

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